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Eine neue Tradition: Der Sonntag des Wortes Gottes

Den Sonntag des Wortes Gottes gibt es erst seit dem Jahr 2020. Mit seinem Schreiben „Aperuit illis“ vom 30. September 2019 hat Papst Franziskus diese Tradition in der katholischen Kirche begründet und jeweils auf den 3. Sonntag im Jahreskreis festgelegt.

Mit Rücksicht auf die lebendige Tradition des ökumenischen Bibelsonntags hat die Deutsche Bischofskonferenz das Anliegen des Papstes mit der ökumenischen Praxis in Deutschland verbunden und festgelegt, dass der Sonntag des Wortes Gottes künftig immer am letzten Sonntag im Januar begangen wird. Das ist im Jahr 2022 der 30. Januar.

Man kann sich fragen, ob es einen solchen Sonntag wirklich braucht? Hat nicht spätestens seit dem II. Vatikanischen Konzil das Wort Gottes auch im katholischen Gottesdienst eine Aufwertung erlebt, so dass das Hören auf das Wort Gottes, seine Verkündigung und der persönliche Umgang mit der heiligen Schrift eine Selbstverständlichkeit sein sollte? Ideal und Wirklichkeit scheinen dabei auseinander zu liegen.

Der Sonntag des Wortes Gottes hebt die Bedeutung der Bibel im Gottes-dienst, im Leben der Kirche und im persönlichen Leben hervor. Worum geht es Papst Franziskus? Wahrscheinlich um eine weniger bloße Auseinandersetzung mit dem geschriebenen Wort und dessen Geschichte als um eine persönliche Aneignung des Wortes Gottes. Wort Gottes will nicht nur gelesen und gehört, es will erlebt, errungen und im Herz und im Verstand angenommen sein. Möglichkeiten dazu gibt es viele: ein regelmäßiges Lesen in der Bibel, z. B. das Tagesevangelium, ein Beten mit der heiligen Schrift, z.B. mit den Psalmen, eine Anregung für den konkreten Alltag, z.B. mit einer App auf dem Handy.

„Jesus Christus klopft durch die Heilige Schrift an unsere Tür; wenn wir zuhören und die Tür des Geistes und des Herzens öffnen, dann tritt er in unser Leben ein und bleibt bei uns.“ (Papst Franziskus, Aperuit illis 8.)

Das Wort Gottes geht uns alle an. Vielleicht regt es Sie heute an, sich als Lektorin oder Lektor als Wortgottesdienstleiterin oder Wortgottesdienstleiter noch mehr in seinen Dienst zu stellen. Oder Sie verspüren die Freude daran, mit anderen das Wort Gottes zu lesen, zu teilen und darüber zu sprechen. Der Sonntag des Wortes Gottes könnte ja der Anfang sein - auch in unseren Gemeinden.

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